Archiv für Januar 2009

Obama: Ein wenig Hui, ein wenig Pfui, ein wenig Kritik und Ten Goals for Obama’s First 1,460 Days

19 Januar 2009

Hui: Barack Obama: Gesundheitspolitik – Lernen von Hillary; Von Moritz Koch, New York, Süddeutsche Zeitung; Barack Obama will das staatliche Gesundheitssystem reformieren: 46 Millionen Amerikaner sollen endlich eine Krankenversicherung bekommen.

Pfui: Skandal um Amtseinführungssegen – Evangelikaler segnet Obama; taz; VON S. MOLL; Abtreibungen vergleicht er mit dem Holocaust, Schwule mag er nicht: Der evangelikale Prediger Rick Warren darf Obama bei der Amtseinführung den Segen erteilen. Das empört viele Obama-Anhänger.

Kritik “Obama fehlt ein Masterplan”; Standard 19.01.2009; Der US-Ökonom und grüne Querdenker Jeremy Rifkin erklärt, was der neue Präsident gegen die drei drohenden großen Weltkrisen wirklich unternehmen sollte

Ten Goals for Obama’s First 1,460 Days by Mark Green in The Nation; January 13, 2009

1. Reduce poverty one-third by 2016.
2. Enhance democracy to stop special-interest vetoes.
3. Get economic growth rates back to at least 3 percent.
4. Move to a clean, green low-carbon economy.
5. Reduce the costs–and expand the coverage–of healthcare.
6. Elevate science over politics in federal decision-making.
7. Restore the rule of law and human rights as American values.
8. Educate children better for the global economy.
9. Fight terrorism by working more cooperatively with allies.
10. Reduce nuclear proliferation.

Kommentar zur Hessenwahl

19 Januar 2009

Ich bin zufrieden mit dem Ausgang der hessischen Landtagswahl. Die Grünen haben ein sehr gutes Ergebnis eingefahren und die bessere Opposition als die SPD sind wir allemal, jetzt mit einigen Abgeordneten mehr. Außerdem bleiben uns Grünen weitere Experimente, sei es nun rot-rot-grün oder Jamaika, erspart, die sonst vermutlich das ganze Wahlkampfjahr überschattet hätten. Ich bin kein prinzipieller Gegner dieser Möglichkeiten, aber Hessen scheint mir derzeit völlig ungeeignet für diese Konstellationen zu sein. Roland Koch hat die Wahl verloren und gleicht von Tag zu Tag mehr einem Dinosaurier, dem noch niemand erzählt hat dass er eigentlich schon tot ist. Es bleibt zu hoffen dass die CDU – wie sie ihm Wahlkampf schon angedeutet hat – aus ihren Fehler gelernt hat und sich auch personell etwas tut. Schwarzgelb ist mir dann auch lieber als Koch pur und ich bin gespannt welche Ministerien die Hessen FDP neben dem Wirtschaftsministerium bekommen wird, Justiz? Inneres? Bildung? Da ist mir FDP auch ganz sicher lieber als ein CDUler. Die FDP kann nun im Bundesrat Verantwortung übernehmen, auch das ist eine positive Entwicklung. Zum einen weil Westerwelle nun nicht mehr den Hansdampf machen kann, sondern konstruktiv mitarbeiten muss und zum zweiten weil die große Koalition so viel Murks baut, z.B. die Abwrackprämie, dass die Hoffnung besteht dass die FDP hier das eine oder andere verhindern/korregieren kann. Mit viel konstruktiver Politik rechne ich in diesem Superwahljahr eh nicht mehr… Die SPD in Hessen hat ihren Denkzettel erhalten und kann nun in den nächsten 5 Jahre Zeit wieder zu sich selbst finden. Das muss wohl auch die Linkspartei, in Hessen ist das leider ein ziemlich chaotischer Haufen (immerhin mit Drogenfachgeschäften im Wahlprogramm + Fachanhang: Drogenpolitik: Für rationale und humane Veränderungen!), in 5 Jahre sollten wir an ihrer Parlamentsarbeit erkennen können ob sie ein verlässlicher Partner sein können oder ob weiterer rot-rot-grüne Experimente in Hessen auch weiterhin keine Option sind. Ich für meinen Teil träume ja noch immer von einer Ampel, insbesondere einer in der alle 3 Farben in etwa gleich stark leuchten oder wie wäre es mal mit Gelb-Grün, wie hier in der taz diskutiert.

Und hier noch ein wenig Pressespiegel, mal sehen was ich heute so alles finde: Kulturkampf in Hessen; Zeit, 18.01.2009 – Warum die politischen Lager in dem Land so unversöhnlich sind – ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder

Die 12 große Fragen in der Zeit

18 Januar 2009
  • Woraus besteht das Universum?
  • Welche ist die kürzeste Route für die Müllabfuhr?
  • Wie entstand das Leben?
  • Was ist Realität?
  • Das alles und noch 8 weitere Fragen diskutiert die Zeit in der Reihe: “Die wichtigsten Fragen der Wissenschaft” – Manche Rätsel werden Forscher vielleicht nie lösen können. Doch wo sie an die Grenzen des Bekannten stoßen, entwickeln sie einen besonderen Entdeckergeist. ZEIT Wissen stellt die wichtigsten Fragen aus Physik, Biologie, Medizin, Mathematik und Geologie vor – und zeigt, wie leidenschaftlich die Suche nach den Antworten sein kann

    The Abortion Choices of Poor Women

    17 Januar 2009

    For Privacy’s Sake, Taking Risks to End Pregnancy; “It’s cheap but dangerous. Certain people are more delicate than others. But afterwards, I felt relief.” – Amalia Dominguez; Speaking about her experience taking an ulcer medication to induce an abortion; By JENNIFER 8. LEE and CARA BUCKLEY; Published: New York Times; January 4, 2009 und Letters zu The Abortion Choices of Poor Women; Published: January 11

    Mehr zur: Atheist Campaign

    17 Januar 2009

    Gibts im Brights Blog: Atheist Campaign oder bei sapere aude: Es gibt keinen Gott. In Spanien antworten Christen auf Atheisten-Plakate – Katholische Vereinigung und evangelischer Priester schicken ebenfalls Busse auf Propaganda-Fahrt; standard.at; 16. Jänner 2009, 17:58

    Knast-Debatte in der taz

    17 Januar 2009

    Zwei Artikel zur Knast-Debatte in der taz 15.01.2009: “Verfassungsgemäß wegsperren”; Bei einer Veranstaltung im taz-Café diskutierten Politiker und Ex-Häftlinge am Donnerstag über Gefängnisse als Ort der Gewalt. VON MARTIN REICHERT und Ex-RAF-Mitglied über Gefängnisskandal “Ein Zellengefängnis ist gewaltgeprägt”; In der JVA Gelsenkirchen wurden zwei Männer wochenlang gequält. Der Journalist Klaus Jünschke sagt, dass die Knast-Strukturen Gewalt nicht abbauen. Die Zelle gehöre abgeschafft.

    Rund ums Thema Pillen und damit Geldverdienen…

    17 Januar 2009
  • Diagnose – Fünfte Gewalt von Dr. med. Bernd Hontschik; FR 16.01.2009
  • F.D.A. Is Lax on Oversight During Trials, Inquiry Finds by GARDINER HARRIS; Published: January 11, 2009: “The Food and Drug Administration does almost nothing to police the financial conflicts of doctors who conduct clinical trials of drugs and medical devices in human subjects, government investigators are reporting. [...]“
  • F.D.A. Eases Off-Label Drug Rules by REUTERS; Published: January 12, 2009; “WASHINGTON (Reuters) — Health officials completed guidelines that allow pharmaceutical companies to tell doctors about unapproved uses of their medicines, a practice opposed by critics of industry marketing. [...]”
  • Drug-free help for postnatal depression; Two new studies have found that counselling and peer-group support for new mothers might help prevent depression; Sarah Boseley; guardian.co.uk, Friday 16 January 2009
  • Sleeping Pills Rising in Popularity Among Young Adults; By RONI CARYN RABIN; Published: January 14, 2009; “Use of sleeping pills nearly tripled among young and college-aged adults between 1998 and 2006, according to an analysis of prescription drug claims from a large group of employers.[...]
  • Die Kaninchen-Katastrophe / Simulationsflug zum Mars / Parteien jenseits der fünf Prozent

    17 Januar 2009
  • Raumschiff-Simulator – Einmal Mars und zurück; FR; 15.01.2009
  • Die Kaninchen-Katastrophe – Wenn Menschen versuchen, Ökosysteme zu regulieren, geht das manchmal furchtbar schief. Ein Beispiel dafür ist die Insel Macquarie; Süddeutsche; 13.01.2009
  • Parteien jenseits der fünf Prozent – David gegen Goliath; Die Sonstigen treten am Sonntag bei der Landtagswahl in Hessen gegen die großen Parteien an. Dabei bieten sie neben Verschwörungstheorien auch erstaunliche Alternativen. VON M. BINDEMANN / A. STEININGER; 16.01.2009 taz
  • Eine kleine, aber ziemlich unfeine Versorgungslöcke

    17 Januar 2009

    Darüber beichtet der Artikel Patienten in der Versorgungslücke – Auf allen Vieren gekrochen von Eckhard Stengel, FR, 11.01.2009, mehr dazu unter: www.ambulante-versorgungsluecke.de

    Gefängnisindustrie

    11 Januar 2009
  • Private Gefängnisse profitieren von der Krise – In den USA sitzen 120.000 Insassen in nichtstaatlichen Strafanstalten – und weil den Bundesstaaten Geld fehlt, werden es täglich mehr; von M. Koch, New York; 05.01.2009
  • Im Strudel der Gefängnisindustrie – Eine aktuelle US-Studie stellt fest: Je mehr Geld in den Strafvollzug gesteckt wird, um so mehr Strafgefangene werden frisch eingeliefert; Die Vereinigten Staaten von Amerika sind Weltmeister. Zumindest was den Strafvollzug angeht. Von den 288 Millionen Bürgern der USA befinden sich in diesem Augenblick 2.2 Millionen Menschen im Gefängnis. Das ist unangefochten Weltspitze. Da können Schurkenregime wie Iran oder Nordkorea nur vor Neid erblassen: In den USA kommen auf 100.000 Bürger 737 Strafgefangene (Stand: Ende 2005). Putins Russland ist mit 607 Strafgefangenen auf Hunderttausend Zweiter. Die Bronzemedaille geht an Kuba mit 487 Gefängnisinsassen. Bescheiden nehmen sich da geradezu die 98 Strafgefangenen aus, die in Deutschland im Jahre 2004 auf je Hunderttausend Einwohner kamen von Hermann Ploppa 27.12.2007, Telepolis