Grüne Beschlüsse zum Rauchverbot

8 Dezember 2006 von Administrator Kommentieren »

Angesichts des Gewurschtel der großen Koaltion freue ich mich dass auf dem letzten Parteitag der Grünen unter meiner Mitwirkung diese IMHO sehr viel vernünftigere Position geschlossen wurde, vernünftiger integrativer NichtraucherInnenschutz anstelle von der möglichst schlechten Kombination aus totalen Verboten und Nichtstun.

Bündnis 90/ Die Grünen sprechen sich dafür aus und fordern die Bundesregierung auf, folgende Eckpunkte umzusetzen:

1. Der Zugang zu und Aufenthalt in öffentlich-staatlichen Gebäuden muss rauchfrei möglich sein.

2. In privatwirtschaftlich betriebenen Gebäuden, z.B. im Bereich der Gastronomie (insbesondere auch Kneipen und Bars) soll Nichtrauchen Standard werden. Ausnahmen sind möglich, wenn es die (lüftungs)technischen oder räumlich-organisatorischen Voraussetzungen zulassen.

Werbung

4 Kommentare

  1. benpal sagt:

    “Ausnahmen sind möglich, wenn es die (lüftungs)technischen oder räumlich-organisatorischen Voraussetzungen zulassen.”

    Die räumlich-organisatorischen und lüftungstechnischen Voraussetzungen lassen sich am leichtesten realisieren …. durch räumliche Trenung. Die beste räumliche Trennung wird erreicht durch separate Raucherlokale, die von aussen eindeutig erkennbar sind. Was steht dem entgegen?

    Welche lüftungstechnischen Voraussetzungen sind denn akzeptabel, wenn das DKFZ behauptet, Lüftung reiche nicht aus und die Beschäftigten müssten Gasmasken tragen? Damit ist ja wohl jede Diskussion ausgeschlossen.

    Man verschweigt dabei (bequemerweise), dass es schon seit langem Grenzwerte für Schadstoffe am Arbeitsplatz gibt, die auch die meisten Substanzen im Tabakrauch umfassen. Vielleicht möchte man aber (bequemerweise) nicht daran erinnert werden, weil man befürchtet, dass die heisse Luft aus der Passivrauch-Debatte entweichen könnte.

  2. Juljan sagt:

    “Die räumlich-organisatorischen und lüftungstechnischen Voraussetzungen lassen sich am leichtesten realisieren …. durch räumliche Trenung. Die beste räumliche Trennung wird erreicht durch separate Raucherlokale, die von aussen eindeutig erkennbar sind. Was steht dem entgegen?”

    >>>Ich halte räumliche Trennung für diskriminierend, obwohl ich selbst Nichtraucher bin. Ein “Raucherlokal”, das klingt schon ein bisschen nach Ghettoisierung, zumal beharrliche Raucher dann eher ihre Nichtraucherfreunde nicht zum Ausgehen mitnemhen, als auf das Fröhnen ihrer Sucht zu verzichten.
    In anderen Ländern ist es mittlerweile oft so geregelt, das vor der Tür geraucht werden kann, was aber vorallem eben in der Gastronomie nervig werden kann, wenn jeder dauernd vom Tisch aufspringt.

  3. Marion sagt:

    Dann muss dieser Nerv-Faktor eben in Kauf genommen werden. Konsum, Konsum, Konsum scheint auch bei den Grünen en vogue zu werden. Damit werden wir alle unglaubwürdig. Zumal sowieso ein immer größere Spießerisierung bei uns zu erkennen ist. Wodurch unterscheiden wir uns noch von den anderen? Doch nur noch, weil wir für eine liberale Drogenpolitik einstehen. Sonst leider nicht…

  4. Darmstädter sagt:

    Die Luftwaffe und die Deutsche Post hatten das Rauchen am Arbeitsplatz bereits 1938 verboten, nun wurde es auch an vielen anderen Arbeitsplätzen, in Amtszimmern, Spitälern und Erho-lungsheimen untersagt. 1939 verbot die NSDAP jeden Nikotin-genuss in ihren Parteigebäuden, Himmler verfügte darüber hin-aus, dass uniformierte Polizei- und SS-Offiziere im Dienst nicht mehr rauchen durften. 1941 folgten Rauchverbote in Straßen-bahnen und Luftschutzkellern (obwohl es dort separate Rau-cherräume gab), 1944 in allen Stadtbahnen und Bussen. Letzte-res geht auf eine Initiative Hitlers zurück, der eine Gefährdung der jungen Schaffnerinnen durch die Folgen des Passivrau-chens fürchtete. Bereits seit Juli 43 durften sich Raucher unter 18 in der Öffentlichkeit nicht mehr erwischen lassen. Soldaten erhielten zwar weiterhin Tabakrationen (6 Zigaretten pro Mann und Tag), aber auf Anordnung Hitlers sollten sie beim Empfang der Zigaretten vor den gesundheitlichen Schäden gewarnt wer-den. Nichtraucher und weibliche Wehrmachtsangehörige erhiel-ten anstelle von Zigaretten Schokolade oder Obst.

    Wirklich tolle Gesellschaft und Tradition!!!!
    Hat Eva Hermann also doch recht mit der Behauptung es sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!?

Hinterlasse eine Antwort